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Plondi - Vol. II

Ach ja wunderbar, schnell sind wir zu diesem Punkt gekommen, Plondie! Nun ich gebe zu es ist eigentlich nicht fair sie so zu nennen, nein eher schon bösartig, andererseits,... who cares. Plondie hat in den mittlerweile rund 16 Monaten eine wichtige Rolle gespielt. Sie war so gesehen die Dame auf dem Brett, die Schlüsselfigur, der Faktor im Spiel, der alles änderte, verbesserte, aber auch erschwerte. Naja vielleicht hätte ich es besser wissen müssen, sicherlich hätte ich besser handeln können, aber wie langweilig wäre das Leben doch, wenn wir alle nach Schemata A handeln. Um nun die Nummer ihr gegenüber nicht abwertend zu starten, nehme ich lieber ihren echte Namen. P. P. für Plondie. 

Seid gewiss, dies ist nicht die letzte Geschichte mit P. eher nur der Anfang.

Sommer 2011, trüb, dunkel und sehr durchwachsen. Ja durchwachsen, die meiste Zeit lag ich eh nur vorm Laptop und chillte mit Spielen, wenn nicht grad der Haushalt zu machen war, oder O. die etwas Aufmerksamkeit verlangte. Eigentlich chillte ich viel, O. konnte sich prima selbst beschäftigen.

Bei der Arbeit gab es natürlich viel zu tun, so auch ein Abend, an dem wir eine Informationsveranstaltung durchführten. Thema war eine langfristige Fortbildung über 12 Monate, dort war ich als Sekretärin ebenfalls mit anwesend. Sekretärin? Klar! - Ich hab tippen und telefonieren gelernt, also meiner Meinung nach ein sehr weiblicher Beruf, darum darf ich ihn auch so nennen! Auf jeden Fall war dies der erste Abend, an dem ich P. sah. Eher unauffällig und per Zufall. Ich sah mich in dem Klassenraum um, mein Blick wanderte von Kunde zu Kunde und blieb bei ihr stehen. Wieso nur? Ganz einfach! - Wenn jemand einen so verdammt süß anlächelt, dann guckt man automatisch weiter hin, ganz als sein gerade ein schrecklicher Autounfall passiert, man kann den Blick einfach nicht abwenden. Oh oh, sie lächelte wirklich bezaubernd. Blonde, lockige Haare, super „cutes“ Gesicht, UND(!!!) eine Zahnspange. Ich war hin und weg. Sofort! Aber verdammt, wieso? Ich hatte O. Ich war ebenfalls verdammt glücklich.

Später am Ende der Veranstaltung, gleich auf dem Weg nach Hause war auch wieder alles gut. Ich hatte das Thema abgehakt. Schon allein weil P. eine potenzielle Kundin war und somit aus dem Raster fiel. O. erzählte ich daheim nur am Rande die Geschichte. Wieso auch nicht? Unsere Liebe war groß und stark, sowas würde sie nicht erschüttern, und ich war immerhin etwas stolz, so gut bei Frauen anzukommen.

2 Tage später besuchte P. mich direkt bei der Arbeit. Meine Aufgaben als Sekretärin beinhalten auch verwaltungstechnische Dinge, wie das Bedienen eines Kopierers oder das Melden eines defekten Getränkespenders, so kam P. mit einem völlig banalen Anliegen zu mir, und ich konnte ihr helfen. Fertig!

Am gleichen Abend gab es auf FB den ersten Kontakt – P.! Sie schrieb mich an!

„Hallöchen!“

WTF? Ja verdammt, sie schrieb mich an. Ja im Nachhinein war die ganze Nummer im Büro nur dazu da, meinen Namen heraus zu finden und dank der Namensschilder, die bekanntlich jede Sekretärin trägt, war dies auch von Erfolg gekrönt.

Was soll ich noch weiter dazu sagen, ich antwortete. Aus einer Antwort am Abend wurden ganze Romane in der Woche. Wir schafften es wirklich innerhalb von 3 Wochen über 5000 (!!!) Nachrichten miteinander zu schreiben, und dies alles nur in der Zeit von 9 – 12 Uhr abends. Wieso dann? Klar, zu der Zeit ging O. ins Bett. 5000 Nachrichten, mit tiefen Inhalten über den jeweils anderen, seinen Gedanken, Hobbies, Gefühle, Leben, einfach alles. Und es wurden von Tag zu Tag bedrohlich mehr. Man konnte fast meinen, je mehr Nachrichten wir miteinander schrieben, umso mehr bedrohten grade diese auch meine Beziehung mit O.

Schnell wurde mir eine Sache klar. P. würde bleiben. P. war etwas ganz besonderes. Und der Schleier meines momentanen Lebens fiel immer mehr. Mir wurde immer mehr klar, wie sehr ich in den letzten 2 Jahren vor mir hin vegetiert habe. Wie ein eingesperrtes Tier lebte es sich nur. Streit war an der Tagesordnung und freier Wille unerwünscht. - Ach Leute ich wusste den ganzen scheiß schon vorher, aber ich war einfach zu faul und zu gemütlich um ihn zu ändern und zu handeln! Aber nun! - Jetzt von Tag zu Tag wurde der Pfad, der daran vorbei führen sollte, schmaler. Naaa, er war schon fast nicht mehr da.

P. drängte zu einem Treffen, aber auch wenn ich sofort zugestimmt hätte, was war mit O.? P. selbst sagte mir, sie könne das nicht, sie hätte ein schlechtes Gewissen O. gegenüber.

Und ich? Ich war mit immer mehr sicher, das O. und ich keine gemeinsame Zukunft haben. Es musste endlich mal gehandelt werden. Wie tragisch wäre es doch gewesen, einfach nur aus Gewohnheit das alte Leben weiter zu führen und dafür einen so wunderbaren Menschen wie P. gehen zu lassen.

Ich handelte, ich führte aus, ich befreite mich die Woche drauf. Ich redete vorher mit allen Freunden und Bekannten, sagte ihnen was mein Plan war, ganz so, damit ich nicht einen Rückzieher machen konnte, ich hatte es ja immerhin allen zugesagt. Dämlich? Nein nur die einzig wahre Option zu der Zeit. Und länger Betrachtet, auch die einzig Richtige. P. war der Auslöser, aber die Gründe waren tiefer und älter. Chemie ist in solchen Fällen verdammt wichtig, und diese Chemie war einfach nicht da. Nicht für ein ganzes gemeinsames Leben. Danke P., durch dich habe ich in diesem Moment klar gesehen und konnte handeln, wenn auch danach nur Scheiße rum kam, so war es zumindest in diesem Fall alles richtig!

Aber wie so oft, waren die perfekten Bilder meiner Zukunft, die in meinem Kopf, nur Bilder und sollten es auch bleiben...

27.1.13 21:56

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